Gründer eines Startups konzentrieren sich meist vorrangig auf die Produktentwicklung oder kreativ angelegte Marketingkampagnen. Die Buchhaltung wird hingegen gerne vernachlässigt. Genau diese Lücke führt allerdings schnell zu Fehlern, die die Liquidität und das Unternehmenswachstum ausbremsen.
Kleinste Ungenauigkeiten bei Rechnungen oder Belegen summieren sich schließlich im Alltag und erzeugen unnötigen Stress. Mit klaren Abläufen von Anfang an behalten Gründer ohne großen Zeitaufwand jederzeit den Überblick über ihre Einnahmen und Ausgaben.
Außerdem erleichtert eine strukturierte Buchhaltung die Zusammenarbeit mit Steuerberatern und Finanzämtern erheblich und reduziert das Risiko von Nachzahlungen.
Rechnungen richtig vorbereiten
Zu Beginn
schreiben viele Startups Rechnungen in einfachen Vorlagen oder Textdokumenten. Das führt jedoch oftmals zu fehlenden Rechnungsnummern und unklaren Zahlungsbedingungen.
Insbesondere in jungen Startups mit mehreren laufenden Projekten verliert das Team nach einigen Wochen so leicht den Überblick darüber, welche Rechnungen bezahlt wurden und welche noch offen sind.
Die Nutzung einer passenden Rechnungssoftware vereinfacht den gesamten Prozess. Sie generiert nämlich automatisch fortlaufende Rechnungsnummern und verschafft Verantwortlichen somit eine Übersicht über unbezahlte Rechnungen. Verwirrung wird so von vornherein vermieden.
Ausgaben präzise dokumentieren
Ein häufiger Fehler entsteht auch bei der Erfassung von Geschäftsausgaben. Gründer buchen nämlich Ausgaben spontan in Tabellen, speichern Belege unorganisiert oder verlieren sie sogar. Problematisch wird es überdies, wenn Ausgaben wie Bürobedarf oder Reisekosten über mehrere Monate hinweg gesammelt werden, ohne dass klar ist, welche Posten steuerlich relevant sind.
Wesentlich effektiver ist es stattdessen, jeden Beleg sofort digital zu erfassen und ihn einer klaren Kategorie zuzuordnen. Zudem sollte er mit einem kurzen Hinweis versehen werden, der den Zweck der Ausgabe erklärt.
Zusätzlich helfen regelmäßige wöchentliche Überprüfungen der erfassten Ausgaben, um Unstimmigkeiten früh zu erkennen und spätere Korrekturen zu vermeiden.
Ein Fehler zeigt sich meist erst, wenn Rechnungen übersehen oder falsch zugeordnet wurden. Gründer, die regelmäßig ihre Bankkonten mit den Buchhaltungsunterlagen abgleichen, erkennen offene Posten sofort und greifen rechtzeitig ein.
Das reduziert Stress bei der Erstellung von Jahresabschlüssen und verhindert verspätete Zahlungen.
Trennung von privaten und geschäftlichen Konten
Einige Startups nutzen vorerst das private Girokonto für sämtliche anfallende Transaktionen, was später zu unnötigem Aufwand führt. Zahlungen für Geschäftsreisen oder Gehälter lassen sich schließlich nur schwer korrekt zuordnen, wenn sie zwischen privaten und geschäftlichen Ausgaben aufgeführt sind.
Ein separates Geschäftskonto erleichtert die Buchhaltung und schafft sofortige Transparenz über Liquidität und laufende Verpflichtungen. Verantwortliche haben außerdem die Möglichkeit, einzelne Konten für unterschiedliche Bereiche wie Gehälter oder Rücklagen zu führen.
Steuerliche Pflichten im Alltag berücksichtigen
Umsatzsteuer-Voranmeldungen und
Fristen für Sozialversicherungen erzeugen schnell Stress, wenn sie nicht laufend kontrolliert werden. Startups, die ihre Buchhaltung regelmäßig überprüfen, erkennen hingegen frühzeitig Unstimmigkeiten bei Rechnungen oder fehlende Zahlungseingänge.
Eine einfache Routine besteht darin, wöchentlich alle Buchungen abzugleichen und offene Posten zu markieren. Obendrein sollten alle Dokumente für den Steuerberater rechtzeitig bereitgelegt werden. Das spart Zeit und reduziert die Wahrscheinlichkeit von Nachzahlungen.
Digitale Abläufe einführen
Die Buchhaltung manuell zu führen, erhöht die Fehleranfälligkeit und den Aufwand. Mit passenden Softwarelösungen behalten Teams hingegen den Überblick über sämtliche Zahlungen und die Steuererklärung geht letztlich leichter von der Hand.
Teams, die früh auf
eine für sie passende Rechnungssoftware setzen, gewinnen des Weiteren mehr Zeit für wichtige Aufgaben im Tagesgeschäft und sparen sich die lästige Nacharbeit am Monatsende.
Praktische Tipps für den Alltag
Mit einigen klaren Routinen gestalten Verantwortliche die Buchhaltung im Alltag übersichtlicher und effizienter. So ist es beispielsweise ausschlaggebend
• Belege sofort zu digitalisieren und sinnvoll zu kategorisieren
• Rechnungen nach einem einheitlichen Standard zu erstellen und regelmäßig zu prüfen
• Geschäftskonten strikt zu trennen und für unterschiedliche Aufgaben zu nutzen
• digitale Buchhaltungslösungen einzusetzen, um Zeit zu sparen
• Buchungen regelmäßig zu kontrollieren und offene Posten zu markieren
Die Buchhaltung in der Gründungsphase erfordert nicht zwingend eine Vielzahl komplizierter Tools. Viel wichtiger ist ein systematisches Vorgehen, bei dem alle Belege zeitnah erfasst und Buchungen regelmäßig überprüft werden, sodass der Überblick über Einnahmen und Ausgaben erhalten bleibt.
Ein klar strukturierter Ablauf
reduziert letztlich Fehler und verschafft Gründern mehr Zeit für die Kundenakquise oder kreative Aufgaben.